RFID- und NFC-Chiptypen im Vergleich

RFID Chiptypen.png

RFID- und NFC-Chips unterscheiden sich bei Frequenz, Reichweite, Speicher, Sicherheit und Kompatibilität mit Kartenlesern. Für einen Firmenausweis gelten deshalb andere Anforderungen als für eine Hotelkarte, ein NFC-Label oder einen UHF-Tag in der Logistik.

Besonders wichtig ist die vorhandene Infrastruktur. Wer bereits Kartenleser oder ein Schließsystem nutzt, kann den Chiptyp meist nicht frei wählen. Bei einem Neuprojekt lässt sich die Technik dagegen passend zur Anwendung, zum Sicherheitsbedarf und zur gewünschten Smartphone-Nutzung auswählen.

JETZT BERATUNG ANFORDERN

Chip-Finder

Welcher RFID- oder NFC-Chip passt zu Ihrer Anwendung?

Sie möchten nicht alle Chiptypen einzeln vergleichen? Beantworten Sie vier kurze Fragen. Der Chip-Finder grenzt passende RFID- und NFC-Chips aus unserem Lieferprogramm für Ihre Anwendung ein.

RFID- und NFC-Chiptypen im Überblick

HF / NFC

HF- und NFC-Chiptypen

13,56 MHz
MIFARE Classic 1K im Detail
HF Bestand

MIFARE Classic 1K

Für bestehende Zutritts- und Hotelsysteme.

Sicherheit Gebrochen
Speicher 1 KB
Preis 0,35–0,75 €
MIFARE Classic 1K im Detail
MIFARE Classic 4K im Detail
HF Bestand

MIFARE Classic 4K

Für bestehende Guthaben- und Kantinenanwendungen.

Sicherheit Gebrochen
Speicher 4 KB
Preis 0,55–1,00 €
MIFARE Classic 4K im Detail
MIFARE Ultralight EV1 im Detail
HF / NFC

MIFARE Ultralight EV1

Für Einweg-Tickets, Sticker und einfache Event-Anwendungen.

Sicherheit PWD 32 Bit
Speicher 48–164 B
Preis 0,08–0,35 €
MIFARE Ultralight EV1 im Detail
MIFARE Ultralight C im Detail
HF

MIFARE Ultralight C

Für Event-Bändchen und Loyalty-Anwendungen.

Sicherheit 3DES
Speicher 192 B
Preis 0,20–0,50 €
MIFARE Ultralight C im Detail
MIFARE DESFire EV3 im Detail
HF / NFC Empfehlung

MIFARE DESFire EV3

Für sichere Firmenausweise und Multifunktionskarten.

Sicherheit AES-128
Speicher 2 / 4 / 8 KB
Preis 1,10–2,10 €
MIFARE DESFire EV3 im Detail
NTAG 213 / 215 / 216 im Detail
HF / NFC Empfehlung

NTAG 213 / 215 / 216

Für NFC-Marketing, Visitenkarten und Smartphone-Anwendungen.

Sicherheit PWD
Speicher 144–888 B
Preis 0,25–0,50 €
NTAG 213 / 215 / 216 im Detail
Fudan F08 im Detail
HF Bestand

Fudan F08

Preisorientierte Alternative für geeignete MIFARE-Bestandssysteme.

Sicherheit Gebrochen
Speicher 1 KB
Preis 0,20–0,50 €
Fudan F08 im Detail
LEGIC prime im Detail
HF Bestand

LEGIC prime

Für bestehende LEGIC-Zutrittssysteme.

Sicherheit Proprietär
Speicher 256 B
Preis 1,80–3,50 €
LEGIC prime im Detail
LEGIC advant im Detail
HF Empfehlung

LEGIC advant

Für sichere Zutritts- und Multifunktionsanwendungen.

Sicherheit AES-128
Speicher 1 / 4 / 8 KB
Preis 2,40–4,50 €
LEGIC advant im Detail
ICODE SLIX im Detail
HF

ICODE SLIX

Für Bibliotheken, Medienkennzeichnung und Warensicherung.

Sicherheit PWD
Speicher 128 B
Preis 0,08–0,60 €
ICODE SLIX im Detail
LF

LF-Chiptypen

125 kHz
EM4100 / EM4200 im Detail
LF Bestand

EM4100 / EM4200

Für ältere 125-kHz-Zutrittssysteme und Schlüsselanhänger.

Sicherheit Keine
Speicher 64 Bit UID
Preis 0,15–0,40 €
EM4100 / EM4200 im Detail
Hitag S im Detail
LF

Hitag S

Für industrielle LF-Anwendungen und Kfz-Systeme.

Sicherheit AES
Speicher bis 2 KB
Preis 0,80–2,00 €
Hitag S im Detail
UHF

UHF-Chiptypen

860–960 MHz
Alien Higgs 9 im Detail
UHF

Alien Higgs 9

Für Massenkennzeichnung und UHF-basierte Event-Anwendungen.

Sicherheit PWD
Speicher 96 + 512 Bit
Preis 0,05–0,25 €
Alien Higgs 9 im Detail
Impinj Monza M700 im Detail
UHF Empfehlung

Impinj Monza M700

Für Retail, Inventur und Item-Level-Kennzeichnung.

Sicherheit PWD
Speicher 96 Bit EPC
Preis 0,08–0,30 €
Impinj Monza M700 im Detail
NXP UCODE DNA im Detail
UHF Empfehlung

NXP UCODE DNA

Für Track-and-Trace mit erhöhten Sicherheitsanforderungen.

Sicherheit AES-128
Speicher 96 Bit +
Preis 0,30–0,80 €
NXP UCODE DNA im Detail

Die drei Frequenzbereiche LF, HF und UHF

Das Frequenzband bestimmt einen großen Teil der technischen Eigenschaften eines RFID-Systems. Dazu gehören Lesedistanz, Übertragungsgeschwindigkeit, Smartphone-Kompatibilität und typische Anwendung. Dabei unterscheiden wir zwischen LF (Low Frequency), HF (High Frequency) und UHF (Ultra High Frequency).

 

LF 125 kHz
 
Wenige cm
Reichweite
Wenige Zentimeter
Smartphone
✕ Nicht direkt möglich
Typische Anwendungen
  • ältere Zutrittsanlagen
  • Schlüsselanhänger
  • industrielle Systeme
  • Kfz-Anwendungen
Typische Chips
EM4100 / EM4200
Hitag S
Einordnung

LF findet sich heute vor allem in bestehenden Systemen. Einfache LF-Chips wie EM4100 / EM4200 besitzen keine kryptografische Absicherung.

Bei Neuprojekten wird LF meist nur eingesetzt, wenn vorhandene Lesegeräte weiter genutzt werden müssen oder ein spezieller technischer Grund dafür spricht.

HF / NFC 13,56 MHz
 
Wenige cm
Reichweite
Typischerweise wenige Zentimeter
Smartphone
✓ Je nach Chip und Anwendung
Typische Anwendungen
  • Zutritt und Zeiterfassung
  • Hotelkarten
  • Bezahlen
  • Tickets
  • NFC-Marketing
  • Multifunktionsausweise
Typische Chips
MIFARE Classic · MIFARE Ultralight · MIFARE DESFire · NTAG · LEGIC · ICODE
Einordnung

HF ist der wichtigste Frequenzbereich für kontaktlose Karten und NFC-Anwendungen. Für Smartcards ist vor allem ISO/IEC 14443 relevant.

ISO/IEC 15693 wird unter anderem eingesetzt, wenn eine größere Lesedistanz benötigt wird, zum Beispiel in Bibliotheken.

Wichtig: 13,56 MHz bedeutet nicht automatisch, dass ein Chip frei mit jedem Smartphone gelesen werden kann. Chiptyp und Sicherheitskonfiguration spielen ebenfalls eine Rolle.
UHF 860 bis 960 MHz
 
Mehrere Meter
Reichweite
Bis zu mehrere Meter
Smartphone
✕ Kein direktes Lesen mit normalem Smartphone-NFC
Typische Anwendungen
  • Logistik
  • Inventur
  • Retail
  • Warenkennzeichnung
  • Event-Tracking
  • Track-and-Trace
Typische Chips
Alien Higgs 9 · Impinj Monza M700 · NXP UCODE DNA
Einordnung

UHF eignet sich für große Lesereichweiten und die schnelle Erfassung vieler Tags. Das ist besonders bei Inventur und Warenkennzeichnung hilfreich.

Für klassische Tür-Zutrittskontrollen ist UHF meist weniger geeignet, weil die größere Reichweite dort unerwünscht sein kann.

Hinweis: Die tatsächliche Lesedistanz hängt immer von Reader, Antenne, Transponder und Umgebung ab. Die Angaben oben sind typische Richtwerte.

FAQ zu Chiptypen

FAQ RFID Chiptypen.png

 

Was ist ein RFID-Chip?
RFID steht für „Radio Frequency Identification“. Die Technik identifiziert Personen, Karten, Waren oder andere Objekte kontaktlos über Funk.
Ein RFID-System besteht aus einem Transponder mit Chip und Antenne sowie einem passenden Lesegerät. Bei Karten, Schlüsselanhängern und Etiketten kommen meist passive Transponder zum Einsatz. Sie besitzen keine eigene Batterie. Der Reader erzeugt ein elektromagnetisches Feld, aus dem der Transponder die benötigte Energie bezieht und anschließend seine Daten überträgt.
Aktive und semi-passive RFID-Tags besitzen dagegen eine eigene Stromversorgung. Sie werden vor allem für spezielle Tracking-Anwendungen eingesetzt und spielen bei klassischen Plastikkarten eine geringere Rolle.
Ist NFC dasselbe wie RFID?
NFC steht für „Near Field Communication“ und gehört technisch zum HF-Bereich der RFID-Technologie. NFC arbeitet auf 13,56 MHz und ist für kurze Distanzen ausgelegt.
Ein wichtiger Unterschied in der Praxis ist die Smartphone-Nutzung. Moderne Smartphones besitzen üblicherweise eine NFC-Schnittstelle und können geeignete NFC-Chips direkt ansprechen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Chip mit 13,56 MHz automatisch vollständig mit jedem Smartphone gelesen werden kann. Chiptyp, Protokoll, Betriebssystem, App und Sicherheitskonfiguration bestimmen, welche Daten zugänglich sind.
Ein NTAG 213 mit einer gespeicherten URL lässt sich typischerweise direkt mit einem Smartphone nutzen. Eine geschützte DESFire-Zutrittskarte arbeitet ebenfalls auf 13,56 MHz, ihre geschützten Daten sind aber nicht frei auslesbar. LF-Chips mit 125 kHz und klassische UHF-Tags können mit dem NFC-Modul eines normalen Smartphones nicht direkt gelesen werden.
Warum muss der RFID-Chip zum vorhandenen Kartenleser passen?

Bei einem bestehenden System sollte zuerst geprüft werden, welche Chiptypen der vorhandene Reader unterstützt.

Ein 125-kHz-Reader kann keinen 13,56-MHz-Chip lesen. Auch innerhalb desselben Frequenzbands sind Chiptypen nicht automatisch austauschbar. Die Angabe „MIFARE“ allein reicht deshalb oft nicht aus. Ein Reader für MIFARE Classic unterstützt nicht zwangsläufig jede DESFire- oder Ultralight-Konfiguration.

Für die Kompatibilitätsprüfung sind vor allem Hersteller und Modell des Lesers, der bisher verwendete Chiptyp, die Frequenz, das eingesetzte System und möglichst eine vorhandene Karte hilfreich.

Bei einem Wechsel des Chipstandards können neue Reader oder eine geänderte Systemkonfiguration erforderlich sein.

Wie wichtig sind Sicherheit und Speicher bei einem RFID-Chip?
Die Sicherheitsunterschiede zwischen RFID-Chips sind groß. Einfache Chips übertragen teilweise nur eine feste Kennung. EM4100 / EM4200 besitzt beispielsweise keine moderne Verschlüsselung. Auch die Crypto-1-Verschlüsselung von MIFARE Classic gilt als gebrochen. D.h. sie kann mit bekannten Methoden einfach überwunden werden.
Für sicherheitskritische Anwendungen wie Firmenzutritt oder Multifunktionsausweise eignen sich Chips mit kryptografischer Authentifizierung. MIFARE DESFire EV3 und LEGIC advant nutzen beispielsweise AES-basierte Sicherheitsmechanismen.
Der Speicherbedarf hängt von der Anwendung ab. Wenn der Chip nur eine Identifikationsnummer überträgt und die eigentlichen Informationen im Hintergrundsystem gespeichert werden, genügt wenig Speicher. Mehr Speicher wird benötigt, wenn mehrere Anwendungen auf einer Karte liegen sollen, etwa Zutritt, Zeiterfassung, Kantinenguthaben oder sicheres Drucken.
Kann ein Smartphone jeden RFID-Chip lesen?
Nein.
Normale Smartphones besitzen vor allem eine NFC-Schnittstelle für geeignete Technologien im Bereich 13,56 MHz. LF-Chips mit 125 kHz und klassische UHF-Tags können damit nicht direkt gelesen werden. Auch bei HF bedeutet 13,56 MHz nicht automatisch, dass jeder Chip vollständig mit jedem Smartphone ausgelesen werden kann. Protokoll, App und Sicherheitskonfiguration spielen ebenfalls eine Rolle.
Welcher RFID- oder NFC-Chip eignet sich für Smartphones?
Für einfache Smartphone-Anwendungen wie URLs, digitale Visitenkarten, Produktinformationen oder NFC-Marketing eignen sich besonders NTAG 213, NTAG 215 und NTAG 216.
Bei geschützten Anwendungen gelten andere Anforderungen. MIFARE DESFire EV3 kann Teil einer App- oder Systemlösung sein, ist aber kein frei lesbarer Marketing-Tag.
Soll das Smartphone die physische Karte vollständig als Ausweis oder Credential ersetzen, reicht die Auswahl des Kartenchips nicht aus. Reader, Software und Credential-Plattform müssen Mobile Credentials ebenfalls unterstützen.
Kann ein Smartphone eine Zutrittskarte ersetzen?
Ja, wenn das gesamte Zutrittssystem Mobile Credentials unterstützt. Dafür müssen Reader, Software und Credential-Plattform entsprechend ausgelegt sein. Die Wahl des physischen Kartenchips allein entscheidet nicht, ob ein Smartphone als Ausweis genutzt werden kann.
Welcher RFID-Chip ist für Zutrittskontrolle geeignet?
Für neue Zutrittssysteme mit höheren Sicherheitsanforderungen ist MIFARE DESFire EV3 häufig eine passende Wahl. Bei bestehender LEGIC-Infrastruktur kann LEGIC advant erforderlich sein. Bei Bestandsanlagen muss zuerst geklärt werden, welchen Chip der vorhandene Reader unterstützt.
Kann MIFARE Classic durch DESFire ersetzt werden?
Nicht automatisch.
Beide arbeiten zwar im HF-Bereich auf 13,56 MHz, verwenden aber unterschiedliche Protokolle und Sicherheitsmechanismen. Der vorhandene Reader muss DESFire unterstützen und entsprechend konfiguriert sein.
Welcher Chip eignet sich für eine digitale NFC-Visitenkarte?
Für eine einfache digitale Visitenkarte mit Weblink reicht häufig NTAG 213. NTAG 215 und NTAG 216 bieten mehr Speicher, wenn größere Datenmengen direkt auf dem Chip gespeichert werden sollen.
Welcher Chip eignet sich für Logistik?
Für Logistik, Retail und Inventur wird in der Regel UHF eingesetzt.
Alien Higgs 9 eignet sich für preisorientierte Massenkennzeichnung.
Impinj Monza M700 ist auf Retail und Item-Level-Kennzeichnung ausgerichtet.
NXP UCODE DNA kommt infrage, wenn zusätzlich eine stärkere Authentifizierung benötigt wird.
Was mache ich, wenn ich meinen aktuellen Chiptyp nicht kenne?
Prüfen Sie zuerst Hersteller und Modell des Kartenlesers, das verwendete Schließ- oder Zutrittssystem und vorhandene Karten.
Die äußere Form hilft allerdings kaum bei der Identifikation. Zwei optisch identische Plastikkarten können unterschiedliche Frequenzen, Chips und Sicherheitsmechanismen enthalten.

 

 

Kontakt
Newsletter