MIFARE Classic® EV1 1K: Technische Daten, Sicherheit und Einsatz

Der MIFARE Classic EV1 1K von NXP ist ein kontaktloser HF-RFID-Chip für 13,56 MHz. Er arbeitet nach ISO/IEC 14443 Type A und besitzt 1 KB EEPROM, aufgeteilt in 16 getrennt konfigurierbare Sektoren. NXP nennt unter anderem Zutrittskontrolle, Mitarbeiterausweise, Campus-Karten, Parksysteme, öffentliche Verkehrsmittel und Loyalty-Anwendungen als Einsatzgebiete.

Heute ist der Chip vor allem für bestehende Systeme und Nachbestellungen interessant. Die verwendete CRYPTO1-Verschlüsselung wurde bereits 2008 praktisch angegriffen. NXP führt MIFARE Classic EV1 weiterhin als aktives Produkt, empfiehlt die Produktfamilie aber nicht mehr für neue Designs. Als Alternative nennt NXP MIFARE® DESFire® Light.

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MIFARE Classic EV1 1K auf einen Blick

Merkmal Wert
Hersteller NXP Semiconductors
Produktfamilie MIFARE Classic EV1
Typenbezeichnung MF1S50yyX/V1
RFID-Klasse HF
Frequenz 13,56 MHz
Standard ISO/IEC 14443 Type A
Datenrate 106 kbit/s
EEPROM 1.024 Byte
Speicheraufbau 16 Sektoren mit je 4 Blöcken à 16 Byte
Standard-Datenblöcke 47 Blöcke bzw. 752 Byte außerhalb von Sector Trailern und Manufacturer Block
Authentifizierung Gegenseitige 3-Pass-Authentifizierung
Verschlüsselung CRYPTO1
Schlüsselverwaltung Key A und optional Key B je Sektor
UID 7-Byte-UID oder 4-Byte-NUID, abhängig von der Variante
Anti-Collision Ja
Lesereichweite Bis 100 mm laut NXP, abhängig von Antenne und Reader
Schreibzyklen Mindestens 100.000, typisch 200.000 bei 22 °C
Datenerhalt Mindestens 10 Jahre bei 22 °C
Smartphone-NFC Eingeschränkt und geräteabhängig
Produktstatus bei NXP Active – nicht für neue Designs empfohlen
Typische Medien RFID-Karte, Keyfob, Wristband und Sondertransponder
Sicherheitseinstufung Legacy
Empfehlung Vor allem für bestehende Installationen

 

NXP gibt für den Chip 13,56 MHz, 106 kbit/s, eine Betriebsdistanz von bis zu 100 mm, 1 KB EEPROM sowie mindestens 100.000 Schreibzyklen und zehn Jahre Datenerhalt bei den angegebenen Testbedingungen an.

Typische Anwendungen

MIFARE Classic EV1 1K kommt heute vor allem in bestehenden Systemen zum Einsatz.

Dazu gehören

Besonders häufig wird der Chip bei Ersatzkarten und Nachbestellungen benötigt, wenn Reader und Backend bereits für MIFARE Classic eingerichtet sind.

Geeignete Medien: RFID-Karten, Keyfobs, Wristbands und Sondertransponder.

ANGEBOT ZU MIFARE CLASSIC 1K ANFORDERN

Sicherheit

Sicherheitsniveau: Legacy

MIFARE Classic nutzt die proprietäre CRYPTO1-Verschlüsselung. Das Verfahren wurde bereits 2008 praktisch angegriffen und entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen an sicherheitskritische Zutrittssysteme.

Für bestehende Anlagen kann der Chip weiterhin erforderlich sein. Für neue sicherheitskritische Systeme sollte eine aktuelle Chipfamilie wie MIFARE DESFire geprüft werden.

Vor- und Nachteile der MIFARE Classic EV 1K

+ Vorteile Nachteile
Für bestehende Systeme weiterhin verfügbar CRYPTO1 gilt als unsicher
16 getrennte Speicherbereiche Für neue Designs nicht empfohlen
Große installierte Readerbasis Smartphone-Unterstützung nicht universell
Viele Medienformen verfügbar Nur 752 Byte regulärer Datenbereich

Alternativen zu MIFARE Classic 1K

Je nach Anwendung, Speicherbedarf und Sicherheitsanforderung können andere Chiptypen besser geeignet sein.

MIFARE Classic 4K im Detail
HF Bestand

MIFARE Classic 4K

Mehr Speicher für bestehende Systeme mit MIFARE Classic.

Sicherheit Gebrochen
Speicher 4 KB
Preis 0,55–1,00 €
MIFARE Classic 4K im Detail
MIFARE DESFire EV3 im Detail
HF / NFC Empfehlung

MIFARE DESFire EV3

Für neue Zutritts-, Ausweis- und Multifunktionssysteme.

Sicherheit AES-128
Speicher 2 / 4 / 8 KB
Preis 1,10–2,10 €
MIFARE DESFire EV3 im Detail
NTAG 213 / 215 / 216 im Detail
HF / NFC Empfehlung

NTAG 213 / 215 / 216

Für NFC-Anwendungen mit Smartphones und NDEF-Inhalten.

Sicherheit PWD
Speicher 144–888 B
Preis 0,25–0,50 €
NTAG 213 / 215 / 216 im Detail

Häufige Fragen zu MIFARE Classic 1K

FAQ RFID Chiptypen.png

 

Wie viel Speicher hat MIFARE Classic 1K?
MIFARE Classic EV1 1K besitzt 1.024 Byte EEPROM, aufgeteilt in 16 Sektoren mit jeweils vier Blöcken à 16 Byte. Ein Block jedes Sektors ist als Sector Trailer für Schlüssel und Zugriffsrechte vorgesehen. Hinzu kommt der Manufacturer Block in Sektor 0. Damit stehen 47 reguläre Datenblöcke mit insgesamt 752 Byte zur Verfügung. Die tatsächlich nutzbare Kapazität kann je nach Aufbau der Anwendung etwas anders ausfallen.
Wie sicher ist MIFARE Classic 1K?
MIFARE Classic nutzt CRYPTO1 und zwei 48-Bit-Schlüssel pro Sektor. Für heutige sicherheitskritische Anwendungen gilt dieses Verfahren als veraltet. Bereits 2008 wurden praktische Angriffe veröffentlicht, mit denen sich geschützte Daten auslesen und Schlüssel rekonstruieren lassen. NXP verweist für sicherheitsrelevante Anwendungen inzwischen auf die Produktfamilien MIFARE® DESFire® und MIFARE Plus®. Neue Zutrittssysteme sollten daher nicht mehr auf MIFARE Classic als Sicherheitsmechanismus setzen.
Kann man MIFARE Classic 1K mit einem Smartphone lesen?
Teilweise. Bei Android hängt die Unterstützung von der NFC-Hardware des jeweiligen Smartphones ab. Android besitzt zwar eine eigene Schnittstelle für MIFARE Classic, deren Unterstützung ist für Gerätehersteller aber optional. Ein Smartphone mit NFC unterstützt deshalb nicht automatisch alle Funktionen von MIFARE Classic. Apple unterstützt über Core NFC grundsätzlich die Kommunikation mit MIFARE Tags und native MIFARE-Befehle. Die Dokumentation gibt jedoch keine allgemeine Zusage für die vollständige Unterstützung von MIFARE Classic in jedem Anwendungsfall. Bei einer geplanten Smartphone-Anwendung sollte daher mit den vorgesehenen Geräten getestet werden. Für einfache NFC-Anwendungen wie URLs oder digitale Visitenkarten sind Chips aus der NTAG-Familie meist besser geeignet.
Welche Reader unterstützen MIFARE Classic 1K?
Der Reader muss mit 13,56 MHz und ISO/IEC 14443 Type A arbeiten und die Authentifizierung von MIFARE Classic unterstützen. ISO/IEC 14443 A allein garantiert noch nicht, dass ein vorhandenes System mit der Karte arbeiten kann. MIFARE Classic authentifiziert den Zugriff für jeden Sektor separat über Key A oder Key B. Bei Ersatz- oder Nachbestellungen sollten deshalb Reader, vorhandene Codierung und UID-Variante geprüft werden. MIFARE Classic EV1 gibt es mit 7-Byte-UID sowie 4-Byte-NUID.
Was ist der Unterschied zwischen MIFARE Classic 1K und 4K?
Der wichtigste Unterschied ist der Speicher. MIFARE Classic 1K besitzt 1 KB EEPROM, die 4K-Variante 4 KB. Auch die Speicherorganisation unterscheidet sich: Die 1K-Version hat 16 Sektoren, während MIFARE Classic 4K insgesamt 40 Sektoren besitzt. Beide Varianten gehören zur gleichen Produktfamilie und verwenden CRYPTO1. Wer von 1K auf 4K wechselt, erhält mehr Speicher, aber keine aktuelle Kryptografie.
Was ist der Unterschied zwischen MIFARE Classic 1K und MIFARE DESFire?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Sicherheitsarchitektur. MIFARE Classic arbeitet mit CRYPTO1 und einer sektorbasierten Speicherstruktur. Aktuelle Produkte aus der Familie MIFARE DESFire setzen auf neuere kryptografische Verfahren und eignen sich deshalb besser für neue Anwendungen mit höheren Sicherheitsanforderungen. NXP selbst empfiehlt MIFARE Classic EV1 nicht mehr für neue Designs und verweist als Alternative auf MIFARE DESFire Light. Für eine bestehende Anlage kann MIFARE Classic 1K trotzdem die richtige Wahl sein, wenn Reader und Backend genau diesen Chip erwarten.
Wann ist MIFARE Classic 1K heute noch sinnvoll?
Der Chip ist vor allem bei bestehenden Installationen sinnvoll. Typische Fälle sind Ersatzkarten, zusätzliche Mitarbeiterausweise oder ein Wechsel der Medienform, etwa von einer Karte zu einem Keyfob, wenn das vorhandene System weiterhin mit MIFARE Classic arbeitet. Für neue sicherheitskritische Zutrittssysteme sollte eine aktuelle Chipfamilie geprüft werden. Für Anwendungen mit Schwerpunkt auf Smartphone-NFC kommen eher dafür ausgelegte NFC-Chips infrage. NXP führt MIFARE Classic EV1 weiterhin als aktives Produkt, empfiehlt es jedoch nicht mehr für neue Designs.
Wird MIFARE Classic 1K noch produziert?
Ja. NXP führt MIFARE Classic EV1 1K aktuell mit dem Produktstatus „Active“. Gleichzeitig kennzeichnet der Hersteller das Produkt als „not recommended for new designs“ und empfiehlt für neue Entwicklungen MIFARE DESFire Light. MIFARE Classic 1K bleibt damit für bestehende Systeme und Ersatzbedarf verfügbar, sollte bei einer komplett neuen RFID-Anwendung aber nicht automatisch als erste Wahl gesetzt werden.

 

 

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