ICODE® SLIX: Technische Daten, Sicherheit und Einsatz

Der ICODE SLIX von NXP ist ein passiver HF-RFID-Chip für 13,56 MHz. Er arbeitet nach ISO/IEC 15693 und ISO/IEC 18000-3 und ist für Anwendungen mit größerer Lesedistanz ausgelegt. Der Chip besitzt 1.024 Bit EEPROM, davon 896 Bit beziehungsweise 112 Byte direkt zugänglichen User Memory. Typische Anwendungen sind Bibliotheken, Medienkennzeichnung, industrielle Kennzeichnung und Asset Tracking.

Heute ist ICODE SLIX vor allem für bestehende Anwendungen interessant. NXP kennzeichnet das Produkt als „Not Recommended for New Designs“ und nennt ICODE SLIX2 beziehungsweise ICODE 3 als Nachfolger, abhängig von der Kapazitätsvariante des Chips. Für neue Projekte sollte daher geprüft werden, ob die neueren ICODE-Generationen besser passen.

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ICODE SLIX auf einen Blick

Merkmal Wert
Hersteller NXP Semiconductors
Produktfamilie ICODE
Typenbezeichnung SL2S2002 / SL2S2102
RFID-Klasse HF / NFC
Frequenz 13,56 MHz
Standard ISO/IEC 15693, ISO/IEC 18000-3 Mode 1
NFC-Standard NFC-V / NFC Forum Type 5 Tag
Datenrate Bis 53 kbit/s
EEPROM / Gesamtspeicher 1.024 Bit / 128 Byte
User Memory 896 Bit / 112 Byte
Speicheraufbau 32 Blöcke à 4 Byte; davon 28 Blöcke direkt zugänglicher User Memory
Authentifizierung 32-Bit-Passwort für EAS/AFI; keine kryptografische Authentifizierung des User Memory
Verschlüsselung Keine
UID 64 Bit, werkseitig programmiert und unveränderlich
Anti-Collision Ja, True Anti-Collision; zusätzlich Fast Inventory Read
EAS Ja, optional mit 32-Bit-Passwort geschützt
AFI Ja, optional mit 32-Bit-Passwort geschützt
Block-Lock Jeder User-Memory-Block einzeln gegen weiteres Schreiben sperrbar
Lesereichweite Bis 1,5 m Gate-Breite laut NXP, abhängig von Antennengeometrie und Readersystem
Schreibzyklen 100.000
Datenerhalt 50 Jahre
Smartphone-NFC Ja, über ISO/IEC 15693 / NFC-V mit geeigneten Geräten und Apps
Produktstatus bei NXP Nicht für neue Designs empfohlen
Typische Medien RFID-Label, Sticker, Bibliotheksetikett, Karte und Sondertransponder
Sicherheitseinstufung Basis
Empfehlung Vor allem für bestehende ISO-15693-Anwendungen; bei Neuprojekten aktuelle ICODE-Generationen prüfen

 

ICODE SLIX arbeitet mit 13,56 MHz und erreicht laut NXP bei passender Antennengeometrie eine Betriebsdistanz von bis zu 1,5 m Gate-Breite. Die maximale Datenrate beträgt 53 kbit/s. Das EEPROM umfasst 128 Byte, davon sind 112 Byte als User Memory direkt les- und beschreibbar. Die übrigen Speicherbereiche enthalten interne Konfigurationsdaten wie UID, Zugriffsinformationen, Passwörter, AFI und EAS.

Typische Anwendungen

ICODE SLIX wurde für Smart Labels und Anwendungen entwickelt, bei denen mehrere Transponder im Lesefeld erfasst werden sollen oder eine größere Lesedistanz als bei klassischen Proximity-Chips benötigt wird. NXP nennt insbesondere folgende Einsatzbereiche:

  • Bibliotheken
  • Kennzeichnung einzelner Artikel in pharmazeutischen Lieferketten
  • Produktauthentifizierung und Kennzeichnung von Konsumgütern
  • industrielle Anwendungen
  • Asset Tracking
  • Dokumentenverfolgung

In der Praxis wird ICODE SLIX vor allem für Bibliotheken, Medienkennzeichnung und Warensicherung eingesetzt. Dafür eignen sich insbesondere RFID-Labels, Sticker und andere flache Transponderformen. Je nach Anwendung sind auch Karten oder Sondertransponder möglich.

Geeignete Medien: RFID-Aufkleber, RFID-Etiketten für Industrie, NFC-Tags und RFID-Karten.

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Sicherheit

Sicherheitsniveau: Basis

ICODE SLIX besitzt keine kryptografische Authentifizierung des User Memory. Die 28 direkt zugänglichen User-Memory-Blöcke lassen sich einzeln dauerhaft gegen weiteres Schreiben sperren. Die 64-Bit-UID wird bereits bei der Produktion programmiert und kann anschließend nicht verändert werden.

Ein 32-Bit-Passwort ist für die EAS- und AFI-Funktionen vorgesehen. Es schützt beim ursprünglichen ICODE SLIX jedoch nicht allgemein den Lese- oder Schreibzugriff auf den User Memory. NXP beschreibt außerdem Sperrmechanismen für DSFID, AFI und EAS.

Das reicht für Kennzeichnungs-, Bibliotheks- und Inventaranwendungen, bei denen Manipulationsschutz auf Blockebene und EAS-Funktionen benötigt werden. Für Anwendungen mit kryptografischer Authentifizierung oder höherem Schutz vor Kopieren und Manipulation sind andere Chips erforderlich. Neuere ICODE-Generationen bieten deutlich weitergehende Funktionen. ICODE SLIX2 ergänzt unter anderem Passwortschutz für Lese- und Schreibzugriffe, Privacy Mode, Destroy-Funktion und eine Originality Signature.

Vor- und Nachteile des ICODE SLIX

+ Vorteile − Nachteile
Bis 1,5 m Gate-Breite bei geeigneter Antennengeometrie Von NXP nicht mehr für neue Designs empfohlen
ISO/IEC 15693 für Bibliotheks-, Inventar- und Kennzeichnungsanwendungen Nur 112 Byte direkt nutzbarer User Memory
True Anti-Collision für mehrere Tags im Lesefeld Keine kryptografische Authentifizierung oder Verschlüsselung des User Memory
EAS und AFI mit optionalem 32-Bit-Passwortschutz 32-Bit-Passwort schützt nur EAS/AFI, nicht allgemein den User Memory
User-Memory-Blöcke einzeln dauerhaft gegen Schreiben sperrbar Neuere ICODE-Generationen bieten mehr Speicher sowie zusätzliche Sicherheits- und Datenschutzfunktionen

Alternativen zu ICODE SLIX

Je nach Anwendung, gewünschter Smartphone-Nutzung, Sicherheitsanforderung und benötigter Lesereichweite können andere Chiptypen besser geeignet sein.

NTAG 213 / 215 / 216 im Detail
HF / NFC Empfehlung Symbolbild NXP NTAG 213 / 215 / 216

NTAG 213 / 215 / 216

Für NFC-Anwendungen mit Smartphones und NDEF-Inhalten.

Sicherheit PWD
Speicher 144–888 B
NTAG 213 / 215 / 216 im Detail
MIFARE DESFire EV3 im Detail
HF / NFC Empfehlung Symbolbild NXP MIFARE DESFire EV3

MIFARE DESFire EV3

Für Anwendungen mit höherem Sicherheitsbedarf und AES-128.

Sicherheit AES-128
Speicher 2 / 4 / 8 / 16 KB
MIFARE DESFire EV3 im Detail
MIFARE Classic 4K im Detail
HF Bestand Symbolbild NXP MIFARE Classic 4K

MIFARE Classic 4K

Für bestehende HF-Systeme mit höherem Speicherbedarf. Per Smartphone nur eingeschränkt lesbar.

Sicherheit Gebrochen
Speicher 4 KB
MIFARE Classic 4K im Detail

Häufige Fragen zu ICODE SLIX

Illustration FAQ zu RFID-Chiptypen

 

Wie viel Speicher hat ICODE SLIX?
ICODE SLIX besitzt insgesamt 1.024 Bit beziehungsweise 128 Byte EEPROM. Davon sind 896 Bit oder 112 Byte als User Memory direkt zugänglich. Dieser Bereich besteht aus 28 Blöcken mit jeweils vier Byte. Der übrige EEPROM-Bereich wird intern für Konfigurationsdaten wie UID, Schreibschutz, Zugriffsinformationen, Passwort, AFI und EAS genutzt und kann nicht wie normaler User Memory angesprochen werden.
Welche Varianten des ICODE SLIX gibt es?
Das Datenblatt beschreibt die Typen SL2S2002 und SL2S2102. Der wesentliche Unterschied liegt in der Eingangskapazität zwischen den Antennenanschlüssen: SL2S2002 arbeitet mit typisch 23,5 pF, SL2S2102 mit typisch 97 pF. Beide Varianten nutzen dieselbe grundlegende Speicher- und Protokollarchitektur. Die unterschiedliche Kapazität ist für die Auslegung des Transponders und seiner Antenne relevant.
Wie sicher ist ICODE SLIX?
ICODE SLIX bietet eine unveränderliche 64-Bit-UID, dauerhaft sperrbare User-Memory-Blöcke sowie Sperrfunktionen für DSFID, AFI und EAS. Ein 32-Bit-Passwort kann EAS und AFI schützen. Eine kryptografische Authentifizierung oder Verschlüsselung des normalen User Memory bietet der ursprüngliche ICODE SLIX jedoch nicht. Der Passwortschutz sollte deshalb nicht mit den Sicherheitsmechanismen moderner Chips mit AES-Authentifizierung gleichgesetzt werden.
Kann man ICODE SLIX mit einem Smartphone lesen?
Grundsätzlich ja, sofern Smartphone, Betriebssystem und Anwendung ISO/IEC 15693 beziehungsweise NFC-V unterstützen. Android stellt mit NfcV eine Schnittstelle für ISO-15693-Tags bereit; diese Technologie gehört zu den verpflichtenden Tag-Technologien für Android-NFC-Geräte. Apple Core NFC unterstützt ebenfalls ISO-15693-Tags über eine eigene Schnittstelle. Welche Daten eine App tatsächlich verarbeitet, hängt von der Implementierung und der Konfiguration des Tags ab.
Welche Reader unterstützen ICODE SLIX?
Benötigt wird ein Reader, der 13,56 MHz und ISO/IEC 15693 unterstützt. Für ICODE-spezifische Funktionen wie EAS, Fast Inventory Read oder Passwortbefehle muss der Reader zusätzlich die entsprechenden Kommandos verarbeiten können. Die Angabe „13,56 MHz“ allein reicht deshalb nicht für eine Kompatibilitätszusage. Bei bestehenden Bibliotheks-, Inventar- oder Kennzeichnungssystemen sollten Reader-Modell und verwendete Funktionen vor einer Nachbestellung geprüft werden.
Welche Reichweite hat ICODE SLIX?
NXP nennt eine Betriebsdistanz von bis zu 1,5 Metern, abhängig von der Antennengeometrie. Diese Angabe ist als mögliche Gate-Breite unter passenden Systembedingungen zu verstehen und nicht als garantierte Lesereichweite jedes Labels. Readerleistung, Readerantenne, Transponderantenne, Einbausituation und Umgebung beeinflussen die tatsächlich erreichbare Distanz. ICODE SLIX gehört damit zu den ISO-15693-Vicinity-Chips für Anwendungen, bei denen größere Distanzen als bei typischen Proximity-Karten gefragt sind.
Was ist der Unterschied zwischen ICODE SLIX und ICODE SLIX2?
ICODE SLIX2 ist der neuere Nachfolger und laut NXP rückwärtskompatibel zu ICODE SLIX. Er bietet 2.560 Bit Speicher und deutlich mehr Sicherheits- und Datenschutzfunktionen. Dazu gehören Passwortschutz für Lese- und Schreibzugriffe, Privacy Mode, eine passwortgeschützte Destroy-Funktion, eine 32-Byte-Originality-Signature und ein Zähler. ICODE SLIX besitzt dagegen 1.024 Bit EEPROM und beschränkt seinen 32-Bit-Passwortschutz auf EAS und AFI.
Kann der Speicher von ICODE SLIX dauerhaft gesperrt werden?
Ja. Jeder User-Memory-Block besitzt einen Sperrmechanismus für den Schreibschutz. Auch DSFID und AFI können gesperrt werden. Für EAS gibt es ebenfalls eine Lock-Funktion. Solche Sperrvorgänge sollten erst nach abgeschlossener Codierung gesetzt werden, weil ein gesperrter Speicherbereich anschließend nicht wieder regulär zum Schreiben freigegeben werden kann.
Wird ICODE SLIX noch für neue Projekte empfohlen?
Nein. NXP führt ICODE SLIX aktuell mit dem Status „Not Recommended for New Designs“. Für die 23,5-pF-Variante nennt NXP ICODE SLIX2 oder ICODE 3 als Alternative. Für die 97-pF-Variante verweist NXP auf ICODE 3. Bestehende Anwendungen können ICODE SLIX weiterhin benötigen, bei einem Neuprojekt sollte aber eine aktuelle ICODE-Generation geprüft werden.

 

 

RFID-Medien mit ICODE SLIX anfragen

Sie benötigen RFID-Labels, Karten oder andere Transponder mit ICODE SLIX für eine bestehende Anwendung?

Für die technische Prüfung sind die gewünschte Medienform, Stückzahl, das vorhandene Readersystem, die benötigte Codierung sowie Informationen zu EAS, AFI und Speicherbelegung hilfreich. Bei Neuprojekten sollte zusätzlich geprüft werden, ob ICODE SLIX2, ICODE 3 oder ein anderer aktueller Chip besser zur Anwendung passt.

RFID-MEDIEN MIT ICODE SLIX ANFRAGEN

Technische Quellen

Datenstand: September 2026

Die technischen Angaben basieren auf dem NXP-Produktdatenblatt SL2S2002_SL2S2102, ICODE SLIX, Rev. 3.4 vom 10. August 2017 sowie der aktuellen NXP-Produktseite. Das Datenblatt beschreibt unter anderem ISO/IEC 15693 und ISO/IEC 18000-3, 13,56 MHz, bis zu 53 kbit/s, 1.024 Bit EEPROM, 896 Bit User Memory, die 64-Bit-UID, EAS/AFI-Passwortschutz sowie Schreibzyklen und Datenerhalt.

Für die aktuelle Produkteinordnung wurden außerdem die NXP-Produktseiten zu ICODE SLIX2 und ICODE 3 sowie die aktuelle ICODE-Produktfamilienübersicht geprüft. NXP kennzeichnet ICODE SLIX als nicht für neue Designs empfohlen.

Die Angaben zur Smartphone-Unterstützung basieren auf der Android-Dokumentation zu NFC-V und Apples Core-NFC-Dokumentation für ISO-15693-Tags.

Markenhinweis

ICODE ist eine Marke der NXP B.V.

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