LEGIC prime: Technische Daten, Sicherheit und Einsatz

LEGIC prime ist eine ältere HF-RFID-Produktfamilie von LEGIC Identsystems für kontaktlose Identifikationsmedien mit 13,56 MHz. Die beiden aktuellen Legacy-Typen MIM256-MN und MIM1024-MN verwenden das proprietäre Funkprotokoll LEGIC RF. Der nominelle Speicher beträgt 256 beziehungsweise 1.024 Byte, davon stehen laut aktueller LEGIC-Produktübersicht 234 beziehungsweise 1.002 Byte für Anwendungen zur Verfügung.

Heute ist LEGIC prime vor allem für bestehende Installationen relevant. Wir bieten den Chip deshalb vor allem für vorhandene LEGIC-Zutrittssysteme an. LEGIC selbst ordnet MIM256-MN und MIM1024-MN inzwischen als „legacy“ ein. Für neue Systeme mit höheren Sicherheitsanforderungen kommt innerhalb des LEGIC-Ökosystems eher LEGIC advant infrage.

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LEGIC prime auf einen Blick

Merkmal Wert
Hersteller LEGIC Identsystems AG
Produktfamilie LEGIC prime
Typenbezeichnung MIM256-MN / MIM1024-MN
RFID-Klasse HF
Frequenz 13,56 MHz
RF-Standard LEGIC RF, proprietär
Datenrate Bis 12,5 kbit/s
EEPROM / Gesamtspeicher 256 / 1.024 Byte
Nutzspeicher 234 / 1.002 Byte
Speicheraufbau Variable Segmentlängen, bis zu 32 / 127 Anwendungen
Authentifizierung / Autorisierung Proprietäres LEGIC-Verfahren, MTSC
Datenübertragung Proprietäres Schutzverfahren
Datenspeicherung Proprietäres Schutzverfahren
Schlüssel- und Rechtemanagement Master-Token System-Control (MTSC)
UID 4 Byte, auf dem Originaltransponder schreibgeschützt
Lesereichweite Bis 20 cm laut LEGIC, abhängig von Reader und Medium
Smartphone-NFC Nicht direkt als normaler NFC-Tag lesbar
Produktstatus bei LEGIC Legacy
Typische Medien RFID-Karte, Keyfob, Schlüssel und andere Identifikationsmedien
Sicherheitseinstufung Legacy
Empfehlung Vor allem für bestehende LEGIC-prime-Installationen

 

LEGIC führt MIM256-MN und MIM1024-MN heute als Legacy-Smartcard-ICs. Die beiden Varianten arbeiten über LEGIC RF mit bis zu 12,5 kbit/s und bieten 234 beziehungsweise 1.002 Byte nutzbaren Speicher.

Typische Anwendungen

LEGIC prime wurde für Multiapplikationsmedien entwickelt. LEGIC nennt für seine Smartcard-ICs vor allem Zutrittskontrolle, Zeiterfassung und bargeldloses Bezahlen. Das frühere prime-Datenblatt führt zusätzlich Ticketing, Parken und elektronische Geldbörsen auf. 

Typische Anwendungen sind:

Als Medien kommen vor allem RFID-Karten und RFID-Keyfobs infrage. Vor einer Nachbestellung sollte geprüft werden, ob das vorhandene System MIM256-MN oder MIM1024-MN erwartet und wie die Anwendungen auf dem Datenträger segmentiert sind.

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Sicherheit

Sicherheitsniveau: Legacy

LEGIC prime nutzt proprietäre Verfahren für Datenübertragung, Speicherzugriff und Rechteverwaltung. Eine moderne kryptografische Kartenauthentifizierung bietet das System jedoch nicht.

Sicherheitsanalysen zeigten, dass sich Karten auslesen und emulieren sowie Schutzmechanismen umgehen lassen. Für bestehende Installationen kann LEGIC prime weiterhin erforderlich sein. Bei neuen Anwendungen mit höheren Sicherheitsanforderungen sollte eine aktuelle Chipgeneration wie LEGIC advant geprüft werden.

Vor- und Nachteile des LEGIC prime

+ Vorteile − Nachteile
Weiterhin für bestehende LEGIC-prime-Systeme relevant Proprietärer Sicherheitsmechanismus ohne moderne schlüsselbasierte Kartenauthentifizierung
Variable Speichersegmentierung für mehrere Anwendungen Sicherheitsmechanismen wurden praktisch umgangen
Bis zu 32 beziehungsweise 127 Anwendungen Kein direktes Auslesen über normales Smartphone-NFC
Aktuelle LEGIC-Readergenerationen unterstützen prime weiterhin LEGIC führt MIM256-MN und MIM1024-MN nur noch als Legacy
Bis zu 1.002 Byte nutzbarer Speicher beim MIM1024 Datenrate auf maximal 12,5 kbit/s begrenzt

Alternativen zu LEGIC prime

Je nach bestehender Reader-Infrastruktur, Sicherheitsanforderung und gewünschter Smartphone-Nutzung können andere Chiptypen besser geeignet sein.

LEGIC advant im Detail
HF Empfehlung Symbolbild LEGIC advant

LEGIC advant

Für sichere Zutritts- und Multifunktionsanwendungen.

Sicherheit 3DES / AES
Speicher 4 KB
LEGIC advant im Detail
MIFARE DESFire EV3 im Detail
HF / NFC Empfehlung Symbolbild NXP MIFARE DESFire EV3

MIFARE DESFire EV3

Für sichere Firmenausweise und Multifunktionskarten.

Sicherheit AES-128
Speicher 2 / 4 / 8 / 16 KB
MIFARE DESFire EV3 im Detail
NTAG 213 / 215 / 216 im Detail
HF / NFC Empfehlung Symbolbild NXP NTAG 213 / 215 / 216

NTAG 213 / 215 / 216

Für NFC-Marketing, Visitenkarten und Smartphone-Anwendungen.

Sicherheit PWD
Speicher 144–888 B
NTAG 213 / 215 / 216 im Detail

Häufige Fragen zu LEGIC prime

Illustration FAQ zu RFID-Chiptypen

 

Wie viel Speicher hat LEGIC prime?
LEGIC prime gibt es als MIM256-MN und MIM1024-MN. Das ältere Herstellerdatenblatt bezeichnet die beiden Varianten mit 256 beziehungsweise 1.024 Byte Gesamtspeicher. Die aktuelle LEGIC-Produktseite nennt 234 beziehungsweise 1.002 Byte als nutzbare Speichergröße. Der Unterschied entsteht durch reservierte Bereiche am Anfang des Speichers. Die technische Analyse von Plötz und Nohl beschreibt bei segmentierten Medien 22 reservierte Byte vor dem eigentlichen Payload-Bereich.
Welche Varianten von LEGIC prime gibt es?
LEGIC führt aktuell MIM256-MN und MIM1024-MN als Legacy-Smartcard-ICs. MIM256 bietet 234 Byte Anwendungsbereich und unterstützt laut Hersteller bis zu 32 Anwendungen. Beim MIM1024 stehen 1.002 Byte zur Verfügung, mit bis zu 127 Anwendungen. Ältere technische Untersuchungen erwähnen zusätzlich den MIM22, dieser gehört jedoch nicht mehr zu den heute von LEGIC aufgeführten prime-ICs.
Wie sicher ist LEGIC prime?
Für heutige sicherheitskritische Anwendungen ist LEGIC prime als Legacy-Technologie einzuordnen. Das System verwendet proprietäre Schutzmechanismen, aber keine moderne schlüsselbasierte Kartenauthentifizierung. Sicherheitsforscher zeigten, dass sich Karten vollständig auslesen und emulieren lassen und dass wesentliche Schutzfunktionen von offiziellen Readern statt vom Transponder selbst durchgesetzt werden. Das unterscheidet prime von aktuellen Systemen mit kryptografischer Authentifizierung.
Kann man LEGIC prime mit einem Smartphone lesen?
Nicht direkt mit der normalen NFC-Schnittstelle wie einen NFC-Tag. LEGIC prime verwendet das proprietäre LEGIC-RF-Verfahren. Moderne LEGIC-Reader können parallel prime-Smartcards und mobile Credentials über NFC oder Bluetooth unterstützen. Das Smartphone liest dabei aber nicht die LEGIC-prime-Karte aus. Es verwendet eine separate Mobile-Credential-Lösung, beispielsweise über die aktuelle LEGIC-Plattform.
Welche Reader unterstützen LEGIC prime?
Der Reader muss ausdrücklich LEGIC prime beziehungsweise LEGIC RF unterstützen. Die gemeinsame Frequenz von 13,56 MHz genügt nicht für die Kompatibilität. Aktuelle LEGIC-Sicherheitsmodule der 4000- und 6000-Serie führen prime weiterhin unter den unterstützten RFID-Technologien. Bei bestehenden Installationen sollten Reader-Modell, Firmware, MTSC-Konfiguration und der bisher eingesetzte Transponder geprüft werden, bevor neue Karten oder andere Medien bestellt werden.
Was ist der Unterschied zwischen LEGIC prime und LEGIC advant?
LEGIC prime verwendet das proprietäre LEGIC-RF-Protokoll und erreicht laut aktueller Herstellerübersicht maximal 12,5 kbit/s. LEGIC advant umfasst dagegen ICs mit ISO/IEC 15693 beziehungsweise ISO/IEC 14443 A und neueren Sicherheitsverfahren. Die konkrete Verschlüsselung hängt vom jeweiligen advant-IC ab. Ein direkter Austausch ist deshalb nicht allein aufgrund der gemeinsamen Frequenz möglich. Reader, Anwendungen und Berechtigungsstruktur müssen die neue Technologie unterstützen.
Wann ist LEGIC prime heute noch sinnvoll?
Der wichtigste Einsatzfall sind bestehende Systeme, die ausdrücklich MIM256-MN oder MIM1024-MN erwarten. Dazu gehören etwa Nachbestellungen von Mitarbeiterausweisen, Zutrittskarten oder anderen Medien in einer vorhandenen LEGIC-prime-Infrastruktur. Bei einem neuen System sollte eine aktuelle Chipgeneration geprüft werden, besonders wenn Schutz gegen Kopieren und Manipulation gefordert ist.
Wird LEGIC prime noch produziert?
LEGIC bezeichnet MIM256-MN und MIM1024-MN auf der aktuellen Produktseite als „legacy“. Beide Typen stehen zugleich noch in der RoHS-Konformitätserklärung LZ-01-001p, Edition 02.2026. LEGIC veröffentlicht dort jedoch keinen eindeutigen Produktionsstatus wie „Active“. Aus den öffentlichen Herstellerunterlagen lässt sich deshalb nicht sicher ableiten, in welchem Umfang neue ICs produziert werden. Die Lieferbarkeit sollte für das konkrete Projekt geprüft werden.
Welche Reichweite hat LEGIC prime?
LEGIC nennt für MIM256-MN und MIM1024-MN eine Reichweite von bis zu 20 cm. Dieser Wert ist ein Hersteller-Maximalwert und keine garantierte Reichweite einer fertigen Karte oder eines Keyfobs. Reader-Antenne, Transponderantenne, Medienform, Einbau und die Umgebung beeinflussen die tatsächliche Distanz. Für Ersatzmedien in einer bestehenden Anlage sollte deshalb die konkrete Kombination aus Transponder und Reader getestet werden.

 

 

Technische Quellen

Datenstand: September 2026

Die technischen Angaben basieren auf der aktuellen Produktübersicht „LEGIC Smartcard ICs“ von LEGIC Identsystems AG, in der MIM256-MN und MIM1024-MN als Legacy-ICs mit LEGIC RF, 234 beziehungsweise 1.002 Byte Speicher, bis zu 20 cm Reichweite und bis zu 12,5 kbit/s geführt werden.

Für die nominellen Speichergrößen und die ursprünglichen Produktmerkmale wurde zusätzlich das LEGIC-Herstellerdokument „LEGIC prime – Datenträger (MIM)“, Dokument L1-01-002c-de, Ausgabe 02.2003, herangezogen. Den aktuellen Herstellerstatus ergänzt die RoHS Declaration LZ-01-001p, Edition 02.2026, vom 17. Februar 2026.

Die Sicherheitseinschätzung basiert auf Henryk Plötz und Karsten Nohl, „Peeling Away Layers of an RFID Security System“, Financial Cryptography and Data Security 2011 beziehungsweise SAR-PR-2011-03. Die Aussagen zur Abgrenzung von prime-Smartcards und Smartphone-Credentials stützen sich zusätzlich auf die aktuellen LEGIC-Unterlagen zur 4000- und 6000-Serie.

Markenhinweis

LEGIC® ist eine eingetragene Marke der LEGIC Identsystems AG. LEGIC prime ist eine Produktbezeichnung von LEGIC Identsystems AG.

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