
MIFARE Ultralight EV1
Für einfache Ticket- und Event-Anwendungen, bei denen ein 32-Bit-Passwortschutz statt 3DES genügt.
Der MIFARE Ultralight C von NXP ist ein kontaktloser HF-RFID- und NFC-Chip für 13,56 MHz. Er arbeitet nach ISO/IEC 14443 Type A und besitzt 192 Byte EEPROM. Davon stehen 144 Byte als frei beschreibbarer Nutzspeicher zur Verfügung. Gegenüber einfacheren Chips der MIFARE-Ultralight-Familie ergänzt die C-Variante eine gegenseitige Authentifizierung auf Basis von 3DES mit 112-Bit-Schlüssel.
NXP hat den Chip vor allem für Anwendungen mit begrenzter Nutzungsdauer entwickelt, darunter Fahrkarten im öffentlichen Verkehr, Event-Tickets und Loyalty-Anwendungen. MIFARE Ultralight C ist weiterhin verfügbar, wird von NXP aber nicht mehr für neue Designs empfohlen. Als Nachfolger nennt der Hersteller MIFARE Ultralight AES.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hersteller | NXP Semiconductors |
| Produktfamilie | MIFARE Ultralight |
| Typenbezeichnung | MF0ICU2 |
| RFID-Klasse | HF / NFC |
| Frequenz | 13,56 MHz |
| Standard | ISO/IEC 14443 Type A |
| NFC-Standard | NFC Forum Type 2 Tag |
| Datenrate | 106 kbit/s |
| EEPROM gesamt | 192 Byte / 1.536 Bit |
| Nutzbarer Speicher | 144 Byte |
| Speicheraufbau | 48 Seiten mit je 4 Byte, davon 36 Seiten User-Speicher |
| OTP-Bereich | 32 Bit |
| Zähler | 16-Bit-One-Way-Counter |
| Authentifizierung | Gegenseitige 3-Pass-Authentifizierung |
| Verschlüsselung | 2-Key 3DES mit 112 Bit |
| Zugriffsschutz | Lese- und/oder Schreibschutz ab konfigurierbarer Speicherseite |
| UID | 7 Byte |
| Anti-Collision | Ja |
| Lesereichweite | Bis 100 mm laut NXP, abhängig von Antenne und Reader |
| Schreibzyklen | Mindestens 100.000 bei 22 °C |
| Datenerhalt | Mindestens 10 Jahre bei 22 °C |
| Smartphone-NFC | Ja; NFC Forum Type 2 Tag |
| Produktstatus bei NXP | Active – nicht für neue Designs empfohlen |
| Typische Medien | RFID-Karten, Tickets, NFC-Tags und Event-Medien |
| Sicherheitseinstufung | 3DES / Legacy |
| Empfehlung | Bestehende Ticket- und Loyalty-Systeme mit 3DES; bei neuen Designs Ultralight AES prüfen |
NXP spezifiziert 13,56 MHz, 106 kbit/s und eine Betriebsdistanz von bis zu 100 mm. Der Speicher umfasst insgesamt 192 Byte EEPROM. 144 Byte davon liegen als User-Speicher auf 36 Seiten mit jeweils vier Byte vor. Hinzu kommen unter anderem UID, Lock Bytes, OTP-Bereich, Counter, Authentifizierungskonfiguration und der 3DES-Schlüssel.
MIFARE Ultralight C wurde für kostensensitive Anwendungen entwickelt, bei denen mehr Schutz benötigt wird als bei einem einfachen NFC-Tag mit Passwort oder ohne kryptografische Authentifizierung.
Typische Anwendungen sind:
Besonders sinnvoll ist der Chip heute in bestehenden Systemen, deren Reader, Codierung und Backend bereits auf die 3DES-Authentifizierung von MIFARE Ultralight C abgestimmt sind.
Geeignete Medien: RFID-Karten, kontaktlose Tickets und NFC-Tags.
Sicherheitsniveau: Mittel / Legacy
MIFARE Ultralight C nutzt eine gegenseitige 3-Pass-Authentifizierung mit einem 112-Bit-2-Key-3DES-Schlüssel. Über die Konfigurationsbytes AUTH0 und AUTH1 lässt sich festlegen, ab welcher Speicherseite eine erfolgreiche Authentifizierung nötig ist. Wahlweise kann nur das Schreiben oder sowohl das Lesen als auch das Schreiben geschützt werden.
Wichtig für die Einordnung: 3DES schützt bei MIFARE Ultralight C die Authentifizierung. Die normalen Speicherbefehle READ und WRITE werden anschließend nicht verschlüsselt übertragen. Der Chip bietet damit keinen verschlüsselten Secure-Messaging-Kanal wie neuere Produkte mit AES und CMAC.
Für bestehende Ticket- oder Loyalty-Systeme kann dieses Sicherheitsniveau weiterhin ausreichend beziehungsweise technisch notwendig sein. Bei neuen Anwendungen empfiehlt NXP MIFARE Ultralight AES. Dieser nutzt AES-128, bietet CMAC für die Integrität der Kommunikation und besitzt eine Common-Criteria-Zertifizierung nach EAL3+.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Gegenseitige 3DES-Authentifizierung | Von NXP nicht mehr für neue Designs empfohlen |
| 144 Byte frei nutzbarer User-Speicher | 3DES gehört inzwischen zur Legacy-Kryptografie |
| NFC Forum Type 2 Tag und Smartphone-NFC | Keine verschlüsselte Übertragung der normalen READ-/WRITE-Befehle |
| Konfigurierbarer Lese- und Schreibschutz | Keine Common-Criteria-Sicherheitszertifizierung |
| 16-Bit-Counter und 32-Bit-OTP-Bereich | Für komplexe Anwendungen nur wenig Speicher |
Bei neuen Projekten sollte zuerst geklärt werden, ob die bestehende 3DES-Kompatibilität tatsächlich benötigt wird. Für neue Systeme stehen passendere Chips mit AES, mehr Speicher oder stärkerem Fokus auf Smartphone-NFC zur Verfügung.

Für einfache Ticket- und Event-Anwendungen, bei denen ein 32-Bit-Passwortschutz statt 3DES genügt.

Für Anwendungen, bei denen die Nutzung mit Smartphones und die Speicherung von NDEF-Inhalten im Vordergrund stehen.

Für Zutritts-, Ausweis-, Ticket- und Multifunktionssysteme mit mehr Speicher und höheren Sicherheitsanforderungen.
Datenstand: September 2026
Die technischen Angaben basieren auf dem NXP-Datenblatt MF0ICU2, MIFARE Ultralight C – Contactless Ticket IC, Rev. 3.5 vom 30. Januar 2026, der aktuellen NXP-Produktseite sowie der NXP Application Note AN12265, MIFARE Ultralight C security design and its impact on chip performance, Rev. 1.2 vom 5. Mai 2021.
Die Angaben zur Smartphone-Unterstützung basieren auf der Android-NDEF-Dokumentation und Apples Core-NFC-Dokumentation.
MIFARE und MIFARE Ultralight sind Marken der NXP B.V.
Die Schreibweise auf dieser Seite folgt den MIFARE Trademark and Branding Guidelines, Rev. 5.2 vom 10. März 2025.